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Akute Schmerzen können bei Osteoporose auftreten, wenn ein Knochen bricht. Dieser Schmerz geht normalerweise nach einiger Zeit zurück. Patienten leiden allerdings häufig auch unter chronischen Schmerzen – diese haben ihre eigentliche Funktion als Alarmsignal des Körpers verloren und können einen gefährlichen Teufelskreis in Gang setzen.
Chronische Schmerzen bei Osteoporose
Bleibt die Osteoporose unbehandelt, kann der Knochenschwund so stark fortschreiten, dass es zu immer mehr Knochenbrüchen kommt. Studien zeigen, dass mir der ersten Fraktur das Risiko für weitere stark ansteigt. Besonders häufig sind die Wirbelkörper betroffen. Kommt es hier zu mehreren Frakturen, sackt die Wirbelsäule mit der Zeit in sich zusammen. Es entsteht ein sogenannten Rundrücken, auch „Witwenbuckel“ genannt. Zudem kommt es infolge der Frakturen auch zu einem Verlust an Körpergröße – innerhalb weniger Jahre „schrumpfen“ die Betroffenen um 15 oder mehr Zentimeter.
Die so veränderte Statik der Wirbelsäule hat weitreichende Konsequenzen für den gesamten Bewegungsapparat. Speziell der Rücken leidet. Muskeln, Bänder und Sehnen werden ständig fehlbelastet und gereizt. Schmerzhafte muskuläre Verspannungen und Verhärtungen, Rücken- und Kreuzschmerzen sind bei vielen, wenn auch nicht allen Betroffenen, die Folge. Ist die Wirbelsäule besonders stark gekrümmt, reiben die Rippen auf dem Beckenkamm – auch das verursacht heftige Schmerzen.
Osteoporose:
Schmerztherapie
Verschiedene Schmerzmittel
Physiotherapie
Kälte- oder Wärmeanwendungen
Entspannungsübungen
Psychologische Verfahren
Operation bei Wirbelkörpereinbrüchen
Teufelskreis aus Schmerzen und Inaktivität
Auf diese Weise kann ein fataler Teufelskreis entstehen: Betroffene versuchen, sich körperlich zu schonen – das begünstigt einen weiteren Abbau von Knochensubstanz und Frakturen, die wiederum das Schmerzgeschehen befeuern können. Nicht zuletzt sind chronische Schmerzen auch eine immense psychische Belastung und können Ängste, depressive Phasen und einen sozialen Rückzug nach sich ziehen.
Gut zu wissen:
Eine frühzeitige Schmerztherapie kann helfen, die Beschwerden zu lindern und den Teufelskreis zu unterbrechen. Je nachdem, ob akute oder chronische Schmerzen bestehen, kommen unterschiedliche Therapiemaßnahmen infrage. Diese können Schmerzmittel, Physiotherapie und Entspannungsübungen beinhalten.
Osteoporose:
Schmerztherapie
Verschiedene Schmerzmittel
Physiotherapie
Kälte- oder Wärmeanwendungen
Entspannungsübungen
Psychologische Verfahren
Operation bei Wirbelkörpereinbrüchen
Tipps bei Osteoporose
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Auf eine gute Calciumversorgung achten
Calcium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und ein zentraler Baustein unserer Knochen. Bei Osteoporose ist eine gute Calcium-Versorgung ein wesentlicher Bestandteil der Basistherapie. Gute Calciumquellen sind vor allem Milch, Käse und Joghurt. Aber auch grünes Gemüse, Kräuter und calciumreiche Mineralwässer können zur Versorgung beitragen. Was viele nicht wissen: Jeder zweite Deutsche nimmt zu wenig Calcium auf*. Insofern sollten gerade Osteoporose-Patienten auf eine ausreichende Zufuhr achten.Die Osteoporose-Leitlinie** empfiehlt eine tägliche Gesamtaufnahme von 1000 Milligramm. Wer das nicht über die Ernährung schafft, kann auf entsprechende Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.
Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Magen-Darm-Trakt und unterstützt die Knochenhärtung. Es ist nur in wenigen Lebensmitteln in relevanten Mengen enthalten, sodass die Nahrung nur rund 10 Prozent des Bedarfs abdecken kann. Eine viel wichtige Rolle spielt daher die körpereigene Bildung des Vitamins in der Haut. Die kann allerdings nur ablaufen, wenn ausreichend Sonnenlicht auf die Haut einwirkt. Experten empfehlen daher, Gesicht und Arme täglich für mindestens 30 Minuten von der Sonne „küssen“ zu lassen. In der aktuellen Osteoporose-Leitlinie1 wird eine Zufuhr von 800 bis 1000 I.E. (Internationale Einheiten) Vitamin D über entsprechende Präparate (Supplemente) empfohlen, wenn die Eigenproduktion nicht sicher gewährleistet ist und/ oder die Zufuhr über die Nahrung nicht sicher gestellt werden kann.*
Ein angepasstes Bewegungsprogramm ist ein wichtiger Bestandteil der Osteoporose-Therapie. Denn durch mechanische Reize wird der Knochenstoffwechsel angeregt – auf diese Weise wird der Knochen gekräftigt und widerstandsfähiger. Gefragt sind dabei vor allem Zug- und Druckbelastungen und ein Wechsel zwischen Be- und Entlastung. Ein spezielles Krafttraining kann das leisten und wirkt sich zusätzlich auch positiv auf die Muskulatur und die Körperhaltung aus. Das sind wichtige Faktoren, um die Gefahr von Stürzen und damit auch von Knochenbrüchen zu verringern.
Entscheidend ist dabei, dass das Bewegungsprogramm auf den individuellen Trainingszustand zugeschnitten ist und von einem qualifizierten Trainer angeleitet wird.
Im Verlauf der Erkrankung werden die Knochen zunehmen porös und können schon bei einfachen Stürzen brechen. Umso wichtiger ist eine wirksame Sturzprävention – und die beginnt in den eigenen vier Wänden. Beseitigen Sie Stolperfallen wie rutschige Teppiche oder Telefonkabel im Flur. Auch unpassendes Schuhwerk und schlecht sitzende Kleidung (z. B. zu lange Hosen) können Stürze begünstigen. Darüber hinaus spielt auch eine gute Innenbeleuchtung eine wichtige Rolle. Zusätzlich sollten Sie Ihre Koordinationsfähigkeit und Ihr Gleichgewichtsgefühl trainieren – das geht zum Beispiel im Rahmen von Osteoporose-Gymnastik-Kursen, die ein solches Funktionstraining beinhalten.
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Information und Austausch
Informieren Sie sich über das Krankheitsbild und die Behandlung. Bei Osteoporose können Sie selbst viel dafür tun, um dem Knochenschwund entgegenzuwirken. Neben einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung können Sie Risikofaktoren wie zum Beispiel das Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden. Viele Osteoporose-Patienten empfinden den Austausch mit anderen Betroffenen als sehr bereichernd, daher wird auch von Experten die Teilnahme an qualifizierten Selbsthilfe-Angeboten empfohlen.
Autoren, medizinische Fachinformationen und Quellen
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Stand: zuletzt aktualisiert am 15.02.26
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Autoren:
Jennifer Hamatschek, Chefredaktion Medizin und Pharmazie
Jennifer Hamatschek hat Germanistik und Pharmazie an der LMU München studiert. Sie ist eine renommierte Fachjournalistin für Medizin und Gesundheit, die seit über 15 Jahren komplexe medizinische Inhalte zielgruppengerecht und evidenzbaisert aufbereitet.
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Tatiana Schmid, Chefredaktion Gesundheit und Ernährung
Tatiana Schmid ist Diplom-Oecotrophologin und eine profilierte Fachjournalistin für Gesundheit, Medizin und Ernährung mit über einem Jahrzehnt redaktioneller Erfahrung.
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ICD-Codes (International Classification of Diseases) sind weltweit anerkannte medizinische Verschlüsselungen für Diagnosen. Sie werden von Ärzt:innen verwendet, um Krankheiten und Gesundheitsstörungen eindeutig zu klassifizieren und
finden sich beispielsweise in Arztbriefen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Abrechnungen mit Krankenkassen.
Sandra Winter ist eine erfahrene Gesundheitsjournalistin mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen Ernährungswissenschaften, alternative Heilmethoden und Sportmedizin. Mit über 15 Jahren Erfahrung steht Sandra für vertrauenswürdige, wissenschaftlich fundierte und gut recherchierte Gesundheitsinformationen – immer am Puls aktueller Forschung und Trends in der Gesundheitsbranche.
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